Burnout erkennen: Wann Erschöpfung mehr als Müdigkeit ist

DutyDazzle Team
10. Februar 20264 Min. Lesezeit0 Aufrufe

Du funktionierst noch. Aber es fühlt sich falsch an.

Du stehst morgens auf, gehst zur Arbeit, erledigst deine Aufgaben, kommst nach Hause. Von außen sieht alles normal aus. Aber innen drin ist diese Leere. Nicht Traurigkeit – Leere. Als hätte jemand den Stecker gezogen. Dinge, die dir früher Spaß gemacht haben, fühlen sich an wie Pflicht. Du bist nicht wütend, nicht traurig. Du bist einfach – nichts.

Und wenn jemand fragt, wie es dir geht, sagst du "Bin halt müde". Weil du nicht weißt, wie du das, was du fühlst, in Worte fassen sollst.

Müde vs. ausgebrannt: Der Unterschied

Jeder ist mal müde. Nach einer harten Woche, nach zu wenig Schlaf, nach einem stressigen Projekt. Normale Erschöpfung hat eine Ursache und eine Lösung: Schlaf, Erholung, Wochenende, Urlaub. Danach geht es besser.

Burnout ist anders. Burnout ist, wenn die Erholung nicht mehr funktioniert. Du schläfst ein ganzes Wochenende durch und bist am Montag genauso platt. Du machst Urlaub und spürst am zweiten Tag schon die Anspannung für die Rückkehr. Die Batterie lädt nicht mehr auf, egal was du tust.

Der Unterschied: Müdigkeit trotz genug Schlaf kann viele Ursachen haben. Burnout ist eine davon – aber nicht die einzige. Bevor du dir selbst die Diagnose gibst, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Die drei Dimensionen von Burnout

Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Burnout über drei Merkmale. Nicht alle müssen gleichzeitig auftreten, aber wenn du dich in zweien oder allen dreien wiedererkennst, ist das ein Signal:

Emotionale Erschöpfung. Du fühlst dich ausgelaugt, leer, überfordert – nicht von einer konkreten Aufgabe, sondern von allem. Selbst kleine Dinge kosten unverhältnismäßig viel Energie. Eine E-Mail beantworten fühlt sich an wie einen Berg besteigen.

Zynismus und Distanz. Du gehst innerlich auf Abstand. Kollegen nerven, Aufgaben sind dir egal, du machst "Dienst nach Vorschrift". Humor wird sarkastischer. Du ertappst dich bei Gedanken wie "Ist doch eh alles egal" oder "Sollen die doch machen".

Reduzierte Leistungsfähigkeit. Du schaffst weniger als früher, obwohl du genauso viel arbeitest. Die Konzentration lässt nach, Fehler häufen sich, und das Gefühl, nicht genug zu schaffen, wird zum Dauerzustand.

Warnsignale, die oft übersehen werden

Burnout kommt selten über Nacht. Es schleicht sich ein, über Wochen und Monate, und die frühen Zeichen sind leicht zu ignorieren oder wegzuerklären:

Schlafprobleme, trotz Müdigkeit. Du bist erschöpft, kannst aber nicht einschlafen. Oder du wachst nachts auf und grübelst. Dein Körper ist müde, dein Kopf nicht – der klassische Revenge-Bedtime-Effekt, nur unfreiwillig.

Körperliche Beschwerden ohne klare Ursache. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Magenbeschwerden, ständige Erkältungen. Dein Körper spricht, wenn der Kopf nicht zuhört.

Sozialer Rückzug. Du sagst Treffen ab, meldest dich nicht mehr, gehst Gesprächen aus dem Weg. Nicht weil du andere nicht magst, sondern weil dir die Energie für soziale Interaktion fehlt.

Verlust von Interessen. Sport, Hobbys, Kochen, Lesen – Sachen, die dir früher Freude gemacht haben, fühlen sich nach Aufwand an. Selbst Belohnungen greifen nicht mehr richtig.

Erhöhter Konsum. Mehr Kaffee, mehr Alkohol, mehr Doom Scrolling, mehr emotionales Essen. Wenn du merkst, dass du immer öfter zu Betäubungsstrategien greifst, ist das ein Signal.

Was du tun kannst

Erstens: Ehrlich mit dir sein. Burnout wird oft erst dann ernst genommen, wenn nichts mehr geht. Der Zusammenbruch, die Krankschreibung, die Kündigung. Aber es muss nicht so weit kommen. Je früher du hinschaust, desto besser.

Zweitens: Die Ursache identifizieren. Burnout kommt selten nur von "zu viel Arbeit". Häufiger ist es die Kombination aus hoher Belastung, wenig Kontrolle, fehlender Anerkennung und dem Gefühl, dass es nie genug ist. Was davon trifft auf dich zu?

Drittens: Grenzen setzen. Das klingt nach dem Standardtipp aus jedem Ratgeber – und trotzdem machen es die wenigsten. Eine Grenze kann so klein sein wie: "Ich beantworte nach 19 Uhr keine Mails mehr." Oder: "Ich sage Nein zu diesem Projekt." Grenzen sind kein Luxus, sie sind Selbstschutz.

Viertens: Professionelle Hilfe suchen. Wenn du dich in den oben beschriebenen Punkten wiedererkennen, geh zum Arzt oder zur Therapeutin. Burnout ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen dafür, dass du zu lange zu viel gegeben hast, ohne genug zurückzubekommen.

Burnout ist kein Orden

In manchen Kreisen ist Burnout fast ein Statussymbol. "Ich bin so im Burnout" – gesagt mit einer Mischung aus Stolz und Erschöpfung. Als wäre es ein Beweis dafür, wie hart man arbeitet.

Das ist gefährlich. Burnout ist kein Abzeichen für Leistung. Es ist ein Warnsignal dafür, dass etwas grundlegend nicht stimmt – in deinem Job, in deinem Alltag, in der Art wie du mit dir umgehst.

Und es ist nichts, was du allein durchstehen musst. Hol dir Hilfe. Sprich mit jemandem. Der erste Schritt ist oft der schwerste – aber er lohnt sich.


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