Doom Scrolling: Warum dein Handy dich müde macht

DutyDazzle Team
9. Februar 20264 Min. Lesezeit0 Aufrufe

Doom Scrolling: Warum dein Handy dich müde macht

23 Uhr. Du liegst auf der Couch, solltest längst schlafen gehen, aber dein Daumen scrollt weiter durch Instagram, TikTok, Reddit. Noch ein Video. Noch ein Post. Noch ein Thread. Als du endlich hochschaust, ist es halb eins – und du fühlst dich ausgelaugter als vor zwei Stunden. Wie konnte das passieren?

Das hat einen Namen: Doom Scrolling. Und es ist nicht nur Zeitverschwendung. Es macht dich wirklich, physisch müde. Aber nicht auf die Art, dass du dann gut schlafen kannst. Sondern auf die Art, dass du erschöpft bist und trotzdem nicht einschlafen kannst. Ein Teufelskreis.

Was ist Doom Scrolling eigentlich?

Der Begriff wurde während der Pandemie populär, als Menschen stundenlang durch schlechte Nachrichten scrollten. Aber Doom Scrolling ist nicht nur das Lesen von Weltuntergangs-Meldungen. Es ist das endlose, passive Konsumieren von Content – egal ob Nachrichten, Memes, Videos oder Posts. Der Begriff passt, weil es sich oft so anfühlt: Du suchst nach etwas, findest es nie, und scrollst trotzdem weiter.

Das Gemeine daran: Es ist nicht deine Schuld. Die Apps sind bewusst so designt, dass du nicht aufhören kannst. Infinite Scroll, Autoplay, Push-Benachrichtigungen – alles Mechanismen, die dich in der App halten sollen. Du kämpfst nicht gegen deine eigene Willensschwäche (und nicht gegen dein Dopamin), sondern gegen Millionen von Dollar an UX-Research.

Warum macht das Handy dich so müde?

Dein Gehirn arbeitet auf Hochtouren

Scrolling fühlt sich nicht nach Arbeit an. Ist es aber. Dein Gehirn muss ständig neue Informationen verarbeiten, bewerten, entscheiden: Interessiert mich das? Scroll ich weiter? Like ich? Teile ich? Das passiert im Millisekundentakt. Und auch wenn du nicht bewusst nachdenkst – dein Gehirn läuft permanent auf Hochtouren.

Das Resultat: kognitive Erschöpfung. Du hast nichts geleistet, aber dein Kopf ist leer. Kennst du das Gefühl, nach zwei Stunden Social Media nicht mal mehr richtig denken zu können? Genau das.

Dein Dopamin-Haushalt wird ausgebeutet

Jedes Mal, wenn du etwas Interessantes siehst – ein lustiges Video, ein überraschendes Bild, ein Drama in den Kommentaren – gibt es einen kleinen Dopamin-Kick. Dein Gehirn mag das. Also scrollst du weiter, in der Hoffnung auf den nächsten Kick.

Das Problem: Die Kicks werden kleiner, aber dein Gehirn will mehr. Du scrollst schneller, überfliehst mehr, nimmst weniger bewusst wahr. Am Ende fühlst du dich nicht befriedigt, sondern rastlos und gereizt. Dein Dopamin-System ist überreizt – wie nach zu viel Zucker.

Blaues Licht und späte Bildschirmzeit

Ja, das ist ein Klassiker. Aber es stimmt halt: Blaues Licht unterdrückt die Produktion von Melatonin, dem Hormon, das dich müde macht. Wenn du abends lange am Handy bist, signalisierst du deinem Körper: Es ist noch Tag. Bleib wach.

Dazu kommt: Die Inhalte selbst sind oft aufregend, emotional, kontrovers. Dein Nervensystem fährt hoch, nicht runter. Du bist erschöpft, aber gleichzeitig aufgedreht. Kein Wunder, dass du nicht einschlafen kannst. Was dein Gehirn stattdessen braucht, ist Belohnung ohne Bildschirm.

Was hilft wirklich?

Nicht: Das Handy komplett verbannen

Seien wir ehrlich: "Leg dein Handy einfach weg" ist kein realistischer Rat. Du brauchst dein Handy. Du willst mit Freunden schreiben, Musik hören, einen Podcast einschlafen lassen. Es geht nicht um Verzicht, sondern um Bewusstsein.

Sondern: Zeit- und App-Limits setzen

Fast jedes Smartphone hat mittlerweile eingebaute Screen-Time-Tools. Nutze sie. Nicht als Strafe, sondern als Reality-Check. Setze dir ein Limit für Instagram oder TikTok – 30 Minuten pro Tag zum Beispiel. Wenn die Zeit um ist, bekommst du eine Benachrichtigung. Du kannst dann immer noch weitermachen, aber du siehst: Du entscheidest dich aktiv dafür.

Das funktioniert nicht immer. Manchmal drückst du einfach auf "15 Minuten mehr". Aber oft reicht diese kleine Pause, um dich zu fragen: Will ich das wirklich noch?

Bewusst scrollen statt passiv konsumieren

Stell dir vor dem Öffnen einer App eine konkrete Frage: Was will ich jetzt sehen? Will ich Nachrichten von Freunden checken? Will ich ein bestimmtes Video suchen? Wenn du einen Plan hast, scrollst du weniger ziellos.

Und: Wenn du merkst, dass du dich schlecht fühlst beim Scrollen – schließ die App. Klingt simpel, ist es aber oft nicht. Aber genau das ist der Unterschied zwischen bewusstem Nutzen und Doom Scrolling.

Handy-freie Zonen schaffen

Eine konkrete Regel, die vielen hilft: Kein Handy im Bett. Leg es auf den Nachttisch, außer Reichweite. Oder in einen anderen Raum. Ja, dann hast du keinen Wecker – kauf dir einen für 10 Euro.

Oder: Die letzte Stunde vor dem Schlafen ist handyfrei. Lies stattdessen, hör Musik, mach gar nichts. Das klingt langweilig, aber genau darum geht es. Dein Gehirn braucht Langeweile, um runterzufahren.

Funktioniert das jeden Abend? Nein. Aber öfter, als du denkst.

Fazit: Es ist ein Prozess

Doom Scrolling loszuwerden ist nicht so einfach wie "einmal entscheiden und fertig". Es ist eine Gewohnheit, die sich über Jahre aufgebaut hat. Du wirst immer wieder in alte Muster zurückfallen. Das ist okay.

Der Punkt ist: Je öfter du es merkst, desto öfter kannst du gegensteuern. Es geht nicht um Perfektion. Es geht darum, dass du abends nicht mehr um halb eins hochschaust und dich fragst, wo die letzten zwei Stunden hin sind.


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DutyDazzle Team

Das DutyDazzle Team besteht aus Experten für Motivation, Produktivität und Partnerschaftspsychologie.

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