Gym Anxiety: Warum der erste Schritt ins Fitnessstudio so schwer fällt

DutyDazzle Team
10. Februar 20263 Min. Lesezeit0 Aufrufe

Du stehst vor der Tür und drehst fast wieder um

Das Fitnessstudio ist voll. Durch die Scheibe siehst du Leute, die aussehen, als wären sie hier geboren worden. Die wissen, welches Gerät was macht, wie viel Gewicht drauf muss, wie man sich zwischen den Sätzen verhält. Du stehst draußen, Sporttasche in der Hand, und dein Kopf sagt: "Die merken sofort, dass du keine Ahnung hast."

Also gehst du nach Hause. Zum dritten Mal diese Woche.

Was Gym Anxiety ist

Gym Anxiety ist die Angst, sich im Fitnessstudio zu blamieren, beobachtet zu werden oder nicht hinzugehören. Es ist kein offizieller klinischer Begriff, aber das Gefühl ist real – und betrifft deutlich mehr Menschen als man denkt. Nicht nur Anfänger. Auch Leute, die seit Jahren trainieren, kennen Tage, an denen das Studio sich anfühlt wie feindliches Territorium.

Die häufigsten Gedanken: "Alle schauen mich an." "Ich mache die Übungen falsch." "Ich bin zu dick/dünn/schwach für diesen Ort." "Die Leute lachen über mich."

Spoiler: Tun sie nicht. Aber das hilft halt wenig, wenn sich der Kopf bereits entschieden hat.

Warum dein Gehirn dich anlügt

Die Angst vor sozialer Bewertung ist tief verankert. Evolutionär gesehen war Ausgrenzung aus der Gruppe lebensgefährlich – kein Wunder, dass dein Gehirn in unbekannten sozialen Situationen Alarm schlägt. Das Fitnessstudio ist so eine Situation: Neue Umgebung, ungeschriebene Regeln, der eigene Körper ist sichtbar.

Dazu kommt der Spotlight-Effekt: Du glaubst, dass andere dich viel mehr beobachten, als sie es tatsächlich tun. In Wahrheit sind 95% der Leute im Gym mit sich selbst beschäftigt. Die meisten tragen Kopfhörer, starren auf ihr Handy zwischen den Sätzen, und der Typ, der so konzentriert guckt, denkt nicht über dich nach – der denkt darüber nach, ob er noch einen Satz schafft.

Was tatsächlich hilft

Geh zu Randzeiten. Morgens um 7, nachmittags um 14, abends nach 21 Uhr – je nachdem was dein Alltag hergibt. Weniger Menschen bedeuten weniger Reize, und du hast mehr Platz und Zeit, dich zurechtzufinden. Das ist nicht feige, das ist klug.

Hab einen Plan. Die meiste Unsicherheit kommt nicht vom Training selbst, sondern davon, nicht zu wissen was man tun soll. Wenn du reingehst und denkst "Und jetzt?", macht das Gehirn sofort dicht. Schreib dir vorher drei Übungen auf. Nur drei. Mit Gerät und Wiederholungen. Das reicht für den Anfang. Die 2-Minuten-Regel gilt auch hier: Lieber ein kleiner Plan als gar keiner.

Frag das Personal. Dafür sind die da. "Kannst du mir kurz zeigen, wie das Gerät funktioniert?" ist der normalste Satz der Welt in einem Fitnessstudio. Niemand wird dich dafür schief ansehen. Im Gegenteil – die meisten Trainer freuen sich, wenn jemand fragt, statt stumm alles falsch zu machen.

Kopfhörer rein. Musik oder Podcast, Lautstärke hoch, Welt draußen. Kopfhörer sind im Gym die universelle Sprache für "Ich bin in meiner Bubble". Sie helfen nicht nur gegen Ablenkung, sondern auch gegen das Gefühl, beobachtet zu werden.

Geh mit jemandem. Body Doubling funktioniert auch im Gym. Eine Freundin, ein Kumpel, jemand der schon länger trainiert – allein die Tatsache, dass du nicht allein bist, nimmt dem Ganzen die Schärfe.

Die erste Woche ist die schlimmste

Das ist die unbequeme Wahrheit: Die ersten drei bis fünf Besuche sind unangenehm. Du wirst dich unsicher fühlen. Du wirst nicht alles richtig machen. Du wirst Geräte ausprobieren und feststellen, dass du sie falsch eingestellt hast. Das ist normal. Das passiert jedem.

Aber nach einer Woche passiert was Interessantes: Das Gym wird vertraut. Du erkennst Gesichter, du weißt wo die Handtücher liegen, du hast "deine" Geräte. Und plötzlich ist die Angst leiser. Nicht weg – leiser.

Wenn du es durch die erste Woche schaffst, schaffst du es durch den Monat. Und nach einem Monat fragst du dich, warum du dir so viele Sorgen gemacht hast.

Es muss kein Gym sein

Noch was: Wenn das Fitnessstudio für dich einfach nicht funktioniert – dann lass es. Es gibt genug Alternativen. Home Workouts, Outdoor-Training, Schwimmen, Klettern, Gruppenspore. Keine Lust auf Sport hat selten mit Faulheit zu tun – manchmal passt einfach die Umgebung nicht.

Das Ziel ist Bewegung, nicht ein bestimmter Ort. Und der beste Sport ist der, den du tatsächlich machst.


Regelmäßig trainieren wird leichter, wenn du es als feste Routine etablierst. Duty Dazzle hilft dir, dranzubleiben – nicht nur beim Sport. dutydazzle.de

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Das DutyDazzle Team besteht aus Experten für Motivation, Produktivität und Partnerschaftspsychologie.

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