Haushalt mit Hund: Haare, Dreck und trotzdem eine saubere Wohnung
Dein Hund schaut dich mit diesem Blick an. Du weißt, welchen Blick ich meine. Den "Ich-war-draußen-und-alles-ist-wunderschön"-Blick, während er mit vier Schlammkrater-Pfoten auf dem frisch gewischten Boden steht. Du hast gerade 45 Minuten geputzt. Der Boden glänzte. Für ungefähr sieben Sekunden.
Herzlich willkommen. Das ist dein Leben jetzt.
Die Frage ist nicht, ob ein Hund im Haushalt Mehrarbeit bedeutet. Das tut er. Die Frage ist: Kämpfst du jeden Tag einen Kampf, den du nicht gewinnen kannst, oder baust du ein System, das mit deinem Hund funktioniert, nicht gegen ihn?
Es gibt Hundebesitzer, deren Wohnungen sauber, frisch und unverkennbar bewohnt sind, ohne dabei klinisch zu wirken. Und es gibt Hundebesitzer, die jedes Mal das Chaos entschuldigen, wenn jemand zu Besuch kommt. Der Unterschied liegt nicht im Hund. Er liegt im System.
Warum Standardputzpläne mit Hund scheitern
Ein typischer Haushalt ohne Haustier hat Staub, Küchenschmutz und gelegentlich ein schmutziges Bad. Ein Haushalt mit Hund hat das alles, plus: Hundehaare auf jedem Textil, Schlamm im Flur, nasse Pfotentapsen auf dem Parkett, Speichel auf der Couch, Sandkörner im Teppich, Gerüche nach Regen und Fell, und zweimal im Jahr den Haarpocalypse namens Fellwechsel.
Wer versucht, diesen Haushalt mit dem Reinigungsrhythmus eines haustierfreien Paares sauber zu halten, scheitert. Nicht aus Faulheit, sondern weil das System falsch kalibriert ist.
Die Lösung ist keine Frage der Disziplin. Es ist eine Frage der Strategie.
Und genau die bauen wir hier auf.
Was die Forschung über Hunde und Haushalt sagt
Lass uns kurz bei den Fakten bleiben, bevor wir praktisch werden.
Rund 10,6 Millionen Hunde leben laut Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) in deutschen Haushalten. Das bedeutet: Millionen Wohnungen kämpfen täglich gegen dieselben Herausforderungen. Du bist in guter Gesellschaft.
Was viele unterschätzen: Hundeallergene und Hundehaare setzen sich nicht nur auf dem Boden ab. Prof. Dr. Jeroen Douwes vom Research Institute for Environment and Health in Auckland hat nachgewiesen, dass Tierallergene in der Raumluft schweben und sich auf Textilien, Vorhängen und Bettwäsche ablagern, weit weg vom eigentlichen Aufenthaltsort des Tieres. Einmal pro Woche saugen reicht nicht, um diese Verteilung zu kontrollieren.
Gleichzeitig zeigt ein viel zitierter Review von Dr. June McNicholas (University of Warwick): Hundebesitzer weisen signifikant niedrigere Cortisol-Werte (Stresshormon) und bessere kardiovaskuläre Gesundheitswerte auf als Nicht-Hundebesitzer. Der Hund ist gut für dich. Aber dein System muss den Rest auffangen.
Und dann ist da noch die Frage des Geruchs. Prof. Dr. Georg Häcker vom Universitätsklinikum Freiburg erklärt, dass sogenannte MVOCs (microbial volatile organic compounds), also flüchtige organische Verbindungen aus organischen Rückständen, sich innerhalb von 24 bis 48 Stunden in Textilien festsetzen können. Das bedeutet: Hundedecken, die nicht wöchentlich gewaschen werden, entwickeln einen Eigengeruch, den du als Bewohner kaum noch wahrnimmst, Besucher jedoch sofort.
Die Wissenschaft sagt dir: Du brauchst kürzere Intervalle, nicht mehr Aufwand auf einmal.
Das Hunde-Haushalt-Problem: Wo der Dreck wirklich herkommt
Bevor wir über Lösungen reden, lohnt es sich, den Feind zu verstehen. Hundehaushalt-Probleme haben drei Hauptquellen:
1. Der Außen-Innen-Transfer
Alles, was draußen passiert, landet drinnen. Schlamm, Sand, Laub, Straßenschmutz, Regenfeuchtigkeit, im Sommer Gras und Pollen. Der Transfer findet an den Pfoten statt, am Bauch bei flachen Hunden, am Fell nach dem Durchzwängen durch Büsche.
Wo der Schaden passiert: Flur, Eingangstür, die ersten drei Meter in jede Richtung.
2. Der kontinuierliche Haarfall
Hunde haaren täglich. Manche mehr, manche weniger. Die Haare verteilen sich per Luftzug in der gesamten Wohnung und setzen sich auf Teppichen, Polstern, Fußleisten, in Ecken und in der Küche ab. Zweimal im Jahr kommt der Fellwechsel, bei dem sich die Haarmenge verfünffacht.
Wo der Schaden passiert: Überall, aber Schwerpunkte sind Lieblingsplätze des Hundes, Sofa, Teppiche, Schlafzimmer.
3. Der Geruchsaufbau
Hundespecikel, Pfotensekret, Fell und das, was von draußen mitgebracht wird, bauen in Textilien einen Eigengeruch auf. Der Geruch selbst ist kein Schmutz im klassischen Sinne, aber er signalisiert Besuchern "hier lebt ein Tier", und er lässt sich nur durch regelmäßiges Waschen kontrollieren, nicht durch Lufterfrischer.
Wo der Schaden passiert: Hundebett, Lieblingsdecke, Sofa, Teppich, manchmal das Schlafzimmer.
Der direkte Vergleich: Normaler Haushalt vs. Hunde-Haushalt
| Aufgabe | Normaler Haushalt | Hunde-Haushalt |
|---|---|---|
| Saugen | 1x pro Woche | 3-4x pro Woche (Fellwechsel: täglich) |
| Böden wischen | 1x pro Woche | 2-3x pro Woche |
| Polster absaugen | 1x pro Monat | 2x pro Woche |
| Fußmatten reinigen | Monatlich | 2x pro Woche |
| Hundedecken waschen | Entfällt | Wöchentlich bei 60°C |
| Hundebett reinigen | Entfällt | Alle 1-2 Wochen |
| Eingangsbereich wischen | Monatlich | Täglich oder nach jedem Gassigang |
| Vorhänge/Textilien | Monatlich | 2-3x im Monat |
| Luftreiniger prüfen | Saisonal | Monatlich |
| Gesamtaufwand | ca. 2-3h pro Woche | ca. 4-5h ohne System, 2-3h mit System |
Das entscheidende Wort in dieser Tabelle ist "System". Mit der richtigen Routine sinkt der Aufwand auf fast dasselbe Niveau wie in einem haustierfreien Haushalt, weil du nie gegen aufgebautes Chaos ankämpfst.
Chiara und ihr Labrador: Ein konkretes Beispiel
Chiara, 31 Jahre, Lehrerin aus München, hat einen drei Jahre alten Labrador namens Bruno. Gelb, freundlich, begeisterter Sammler von allem, was draußen liegt, und inoffizieller Champion im "Wie-viel-Schlamm-kann-ich-in-die-Wohnung-tragen"-Wettbewerb.
Chiara putzte früher samstags zwei bis drei Stunden am Stück. Sie wischte, saugte, schrubbte, und war am Ende frustriert, weil die Wohnung bereits Sonntagmittag wieder nach Bruno aussah.
Was sich geändert hat: Sie führte eine einzige neue Gewohnheit ein. Pfoten abwischen, bevor Bruno die Wohnung betritt. Leine ab, feuchtes Tuch, vier Pfoten, zehn Sekunden pro Pfote, fertig. Leckerchen.
Das Ergebnis war nicht dramatisch, aber messbar. Der Flur blieb deutlich länger sauber. Das Wischen reduzierte sich von dreimal auf zweimal pro Woche. Die Eingangsmatte musste nicht mehr täglich ausgeschüttelt werden.
Dann fügte sie eine zweite Gewohnheit dazu: Brunos Lieblingsdecke auf dem Sofa, die Mittwoch und Sonntag in die Waschmaschine kommt. Das Sofa darunter blieb sauber, der Geruch verschwand nahezu vollständig.
Zwei Gewohnheiten. Zwei Wochen. Der messbare Unterschied überzeugte sie, weiterzumachen. Heute läuft ihre Hunde-Haushalt-Routine automatisch, sie putzt insgesamt weniger als vorher, und Besuch wird nicht mehr mit "Entschuldige die Haare" begrüßt.
Das Prinzip dahinter kennst du vielleicht aus dem Artikel über Micro-Habits im Haushalt: Kleine, präzise Gewohnheiten verändern das Ergebnis drastisch, ohne dass du das Gefühl hast, mehr zu arbeiten.
Die Hunde-Haushalt-Routine: Raum für Raum
Eingangsbereich: Deine erste Verteidigungslinie
Der Flur ist das Gate zwischen Außenwelt und sauberer Wohnung. Hier wird entschieden, wie viel Schmutz es weiter in die Wohnung schafft.
Was du brauchst:
- Eine robuste, absaugfähige Schmutzfangmatte (keine dekorativen Juteläufer, die halten nichts zurück)
- Eine zweite Matte direkt innen, für den Rest-Schmutz
- Ein kleines Pfoten-Set: feuchte Mikrofasertücher oder ein Hundehandtuch, griffbereit an der Tür
- Optional: eine Pfoten-Waschstation (ein kleiner Behälter mit Wasser und einer Bürste im Boden, Pfote rein, drehen, fertig)
Deine Eingangsroutine (30 Sekunden):
- Leine vom Hund
- Pfoten mit Handtuch oder Tuch abwischen (alle vier)
- Leckerchen
- Eingang betreten
Nach zwei Wochen macht dein Hund dieses Ritual automatisch mit. Hunde lieben Routinen, weil sie mit Belohnungen verknüpft sind. Das ist Pawlov in Reinform.
Wöchentlich: Fußmatten schütteln oder waschen, Flurboden wischen.
Wohnzimmer: Der Tierhaar-Hotspot
Das Wohnzimmer ist Brunos Reich. Und damit der Hauptschlachtplatz.
Das Sofa-Problem: Sei ehrlich mit dir. Dein Hund liegt auf dem Sofa. Wenn du das noch nicht zugegeben hast, weißt du es innerlich. Die Lösung ist nicht das Verbot (das funktioniert nur, wenn du permanent zuhause bist), sondern die waschbare Decke. Lege eine Fleecedecke oder eine waschbare Hundedecke auf den Lieblingsplatz. Diese kommt einmal pro Woche in die Waschmaschine. Das Sofa darunter bleibt sauber.
Das Tierhaar-Problem:
- Sauger mit Tierhaar-Bürstenaufsatz verwenden. Normale Bürstköpfe verstreichen Hundehaare auf Polstern, statt sie aufzunehmen. Ein spezieller Tierhaarkopf macht den Unterschied.
- Vor dem Saugen mit einem leicht feuchten Mikrofasertuch über Polster und Teppiche fahren. Das bindet die Haare, bevor sie durch den Saugzug aufgewirbelt werden.
- Ecken und Fußleisten wöchentlich absaugen. Dort sammeln sich Haarbällchen, die sich gemütlich verankert haben.
Deine Wohnzimmer-Frequenz:
- Täglich: 5-Dinge-Reset, Hundezeug einsammeln (Spielzeug, Leine, etc.)
- 3x pro Woche: Saugen inkl. Teppich und Polster
- 1x pro Woche: Fußleisten, Ecken, hinter Möbeln
Küche: Wo Hygiene Priorität hat
Die Küche ist der sensibelste Raum. Hundehaare im Essen ist das eine. Das andere sind Keime, die von draußen über Pfoten mitgebracht werden.
Napf-Station einrichten: Der Napf auf dem Küchenboden ist eine Quelle für Schmutz, Wasser-Spritzer und Gerüche. Platziere ihn auf einem waschbaren Untersetzer oder einer Silikonmatte. Napf täglich reinigen, Matte 2x pro Woche. Das verhindert Bakterienaufbau und Gerüche.
Böden: Küchenboden in einem Hunde-Haushalt 2-3x pro Woche wischen, nicht nur saugen. Sand und Straßenschmutz, der über Pfoten mitkommt, setzt sich in Küche und Flur ab.
Arbeitsflächen: Wenn du einen Hund hast, der auf Arbeitsflächen springt, wische morgens kurz drüber. Das kostet 30 Sekunden und ist einfach hygienisch.
Schlafzimmer: Die Pelz-Frage
Etwa 58 Prozent aller Hundebesitzer in Deutschland schlafen mit ihrem Hund im Schlafzimmer oder lassen ihn zumindest nachts dort (Umfrage Statista, 2023). Wenn du dazu gehörst:
- Bettwäsche wöchentlich wechseln
- Kissenbezüge 2x pro Woche, wenn der Hund direkt neben dem Kopfbereich schläft
- Dem Hund einen eigenen Platz im Zimmer geben (Hundebett oder Decke), auch wenn er am Ende trotzdem aufs Menschenbett klettert
Wenn du Allergien hast oder Besuch mit Hundeallergien erwartest: Hund aus dem Schlafzimmer fernhalten und die Tür geschlossen halten. Die Allergenkonzentration im Schlafzimmer ist dann signifikant geringer.
Badezimmer: Pflege und Reinigung
Das Bad wird für Hundebesitzer regelmäßig zum Pflegeort: Bürsten, Baden, Krallen schneiden. Nach jeder Pflegeaktion kurz Hundehaare aus Wanne oder Dusche entfernen, Boden abwischen. Hundehaare niemals in den Abfluss spülen, das führt zu verstopften Rohren. Stattdessen vorher abbürsten und im Hausmüll entsorgen.
Das Werkzeug-Arsenal: Was du wirklich brauchst
Du brauchst keine teure Ausrüstung. Aber ein paar Investitionen rechnen sich.
| Produkt | Wozu | Ungefährer Nutzen |
|---|---|---|
| Akkusauger mit Tierhaar-Aufsatz | Tägliches Saugen ohne Schlepperei | Sehr hoch – absoluter Gamechanger |
| Fusselroller Übergröße oder elektrischer Tierhaarroller | Polster und Kleidung | Hoch, besonders im Fellwechsel |
| Mikrofasertücher (20er-Pack) | Böden, Pfoten, Oberflächen | Hoch, günstig, vielseitig |
| Natron (Großpackung) | Geruchsneutralisation für Hundebett und Teppich | Mittel, aber sehr günstig |
| Waschbarer Teppich | Im Hundebereich | Sehr hoch auf lange Sicht |
| Pfoten-Waschstation | Eingangsroutine | Hoch bei viel Regen und Schlamm |
| Schmutzfangmatten (groß) | Eingangsbereich | Sehr hoch |
Ein Hinweis zu Natron: Einfach auf das Hundebett oder den Teppich streuen, 20 bis 30 Minuten einwirken lassen, absaugen. Neutralisiert Gerüche ohne Chemie und ohne Aufwand.
Der Fellwechsel: Dein Sonderprotokoll
Zweimal im Jahr, Frühling und Herbst, geschieht etwas, das jeden Hundebesitzer prüft. Der Fellwechsel. Innerhalb weniger Wochen verliert dein Hund so viele Haare, dass du ernsthaft glaubst, du könntest daraus einen zweiten Hund stricken.
In dieser Zeit gelten andere Regeln:
Fellwechsel-Protokoll:
- Saugen täglich statt 3-4x pro Woche
- Hund täglich bürsten, wenn möglich draußen. Was du am Hund bürstest, liegt nicht in der Wohnung.
- Hundedecken alle 3-4 Tage waschen statt wöchentlich
- Luftreiniger mit HEPA-Filter kann in dieser Phase erheblich helfen, die Allergenbelastung in der Luft zu senken
- Lüften: mindestens 2x täglich Stoßlüften, um Haare und Allergene aus der Raumluft zu entfernen
Der Trick: Wer regelmäßig bürstet, reduziert die Fellwechsel-Intensität messbar. Mehr Fell am Bürste, weniger Fell auf dem Sofa.
Deine Wochenroutine im Überblick
Eine gut strukturierte Wochenroutine, wie sie auch im Artikel über einen Putzplan erstellen beschrieben wird, ist der Schlüssel dazu, dass du nicht jeden Tag entscheidest, was du tust, sondern einfach machst.
Täglich (unter 10 Minuten gesamt)
- Morgens (2 Min): Tiernäpfe spülen, Eingangsbereich checken
- Nach jedem Gassigang (1-2 Min): Pfoten abwischen, Leine hängen, Fußmatte kurz ausklopfen wenn nötig
- Abends (2 Min): 5-Dinge-Reset, Hundespielzeug einsammeln, Hundebett gerade legen
- Vor dem Schlafen (30 Sek): Hundedecke geraderücken, sicherstellen dass nichts Feuchtes am Boden liegt
Das sind maximal 6 bis 8 Minuten täglich. Und die Wohnung sieht nie wirklich schlimm aus.
Wöchentlich
| Tag | Aufgabe | Zeit |
|---|---|---|
| Montag | Saugen komplett (Tierhaaraufsatz), Polster absaugen | 20 Min |
| Dienstag | Böden wischen, Fußmatten waschen oder schütteln | 15 Min |
| Mittwoch | Hundedecken in die Waschmaschine (60°C) | 5 Min aktiv |
| Donnerstag | Tiefenreinigung Wohnzimmer: Ecken, Fußleisten, unter Möbeln | 20 Min |
| Freitag | Küche: Napfstation, Boden, Arbeitsflächen | 15 Min |
| Samstag | Hund bürsten, Badezimmer, Schlafzimmer | 20 Min |
| Sonntag | Frei oder Puffer für Sonderreinigungen |
Diese Struktur verbindet sich gut mit einer Morgenroutine für den Haushalt, bei der du die 5-Minuten-Aufgaben einfach in deine bestehenden Morgenabläufe einbettest.
Monatlich
- Luftreiniger oder -filter prüfen und reinigen
- Hundebett komplett waschen oder tief reinigen
- Vorhänge oder Gardinen absaugen oder waschen
- Kühlschrank und Nahrungsmittelbereiche auf Hundehaare prüfen
Die psychologische Seite: Warum du aufhörst und was dagegen hilft
Es gibt ein Muster, das fast alle Hundebesitzer kennen: Du führst eine neue Putzroutine ein. Eine Woche läuft es großartig. Dann kommt ein langer Arbeitstag, ein Wochenendtrip, ein kranker Tag, und du springst die Pfoten-Wischroutine einmal. Dann noch einmal. Nach zwei Wochen ist alles wieder wie vorher.
Das ist kein Versagen. Das ist Psychologie.
Dr. Phillippa Lally (University College London) hat in einer viel zitierten Studie gemessen, wie lange es durchschnittlich dauert, bis eine neue Gewohnheit automatisch wird: 66 Tage. Nicht 21, wie oft behauptet wird. 66 Tage. Aber sie hat auch gemessen: Einen oder zwei ausgelassene Tage zerstören die entstehende Gewohnheit nicht, wenn du danach weitermachst.
Der Fehler liegt nicht darin, einen Tag auszusetzen. Der Fehler liegt darin, danach nicht weiterzumachen.
Was hilft: sichtbares Tracking. Wenn du siehst, wie lange dein Streak läuft, wie viele Aufgaben du in dieser Woche erledigt hast, wird das Weiterführen zur eigenen Belohnung. Das Konzept dahinter ist aus dem Artikel über Abendroutinen und Haushalt bekannt: Sichtbarkeit macht den Unterschied zwischen Absicht und Gewohnheit.
Und wenn mehrere Personen im Haushalt leben, stellt sich die Frage: Wer ist eigentlich für was zuständig? Wer wischt die Pfoten, wenn der andere arbeitet? Ein klares System, wie es im Artikel über Haushalt organisieren und Minimalismus beschrieben wird, verhindert die typischen "Ich dachte, du machst das"-Situationen.
DutyDazzle: Wenn dein Hunde-Haushalt zum System wird
Du hast jetzt das Wissen. Die meisten Menschen haben das Wissen. Das Problem ist: Wissen allein ändert nichts. Was ändert, ist ein System, das dich erinnert, trackt und belohnt.
Genau hier kommt DutyDazzle ins Spiel. Du legst deine Hunde-Haushalt-Routinen einmalig an, von der täglichen Pfoten-Wischroutine bis zum wöchentlichen Decken-Waschen. Für jede erledigte Aufgabe sammelst du Punkte, baust Streaks auf und siehst, welche Woche du richtig stark warst und wo du Lücken hattest.
In Mehrpersonen-Haushalten kannst du die Aufgaben fair aufteilen. Wer hat diese Woche mehr Hundedecken gewaschen? Wer hat häufiger die Pfoten abgewischt? DutyDazzle macht den Fortschritt sichtbar, und das allein erhöht die Wahrscheinlichkeit, dranzubleiben, erheblich.
Das ist keine Magie. Das ist Behavioral Science: Sichtbarer Fortschritt motiviert mehr als gute Vorsätze.
Was du nicht brauchst: Die Entmythologisierung
Myth 1: "Ich brauche teure Reinigungsprodukte." Nein. Mikrofasertücher, Natron und ein guter Akkusauger mit Tierhaaraufsatz sind 80 Prozent der Lösung.
Myth 2: "Ich muss jeden Tag stundenlang putzen." Nein. Sechs bis acht Minuten täglich plus einer verteilten Wochenroutine reichen.
Myth 3: "Mit einem Hund kann die Wohnung nie wirklich sauber sein." Falsch. Sie kann nicht klinisch steril sein. Aber sauber, frisch und einladend ist absolut machbar.
Myth 4: "Mein Hund lässt das Pfoten-Abwischen nicht zu." Jeder Hund lässt sich in diese Routine trainieren, mit Geduld, Konsequenz und einem Leckerchen. Nach zwei bis drei Wochen ist es für den Hund genauso selbstverständlich wie das Sitzen-Bleiben vor der Tür.
Dein Aktionsplan: Vier Schritte zum Hunde-Haushalt-System
Du brauchst keinen perfekten Plan. Du brauchst einen Anfang.
Schritt 1: Dreck-Audit machen (heute, 10 Minuten) Geh einmal durch deine Wohnung mit dem Blick eines Gastes. Wo sind die größten Hunde-Problemstellen? Pfotenabdrücke im Flur? Haare auf dem Sofa? Geruch im Hundebett? Schreib die drei schlimmsten Stellen auf. Diese drei Stellen sind dein Ausgangspunkt, nicht alle Probleme auf einmal.
Schritt 2: Zwei Micro-Habits starten (diese Woche) Nicht fünf. Zwei. Die wirkungsvollsten für die meisten Hundehalter sind: Pfoten abwischen nach dem Gassigang und Hundedecke wöchentlich waschen. Starte damit. Mehr kommt später, wenn diese beiden automatisch laufen.
Schritt 3: Wochenplan aufschreiben und festlegen (dieses Wochenende) Nimm die Wochenroutine aus diesem Artikel und passe sie auf deine Situation an. Wie viele Gassigehzeiten hat dein Hund? Wo schläft er? Wie stark haart er? Passe die Frequenzen entsprechend an und schreib deinen Plan auf. Oder leg ihn direkt in einer App an, damit du täglich daran erinnert wirst.
Schritt 4: 66 Tage durchziehen Nicht 21, wie der Mythos behauptet. 66 Tage, laut Forschung, bis eine Gewohnheit wirklich automatisch wird. Das klingt nach viel, aber es sind Aufgaben von wenigen Minuten täglich. Und du wirst nach drei bis vier Wochen merken, dass du kaum noch darüber nachdenken musst. Das System läuft einfach.
Du hast den Hund schon. Jetzt baust du das System dazu. Mit DutyDazzle legst du deine Hunde-Haushalt-Routinen als tägliche Challenges an, sammelst Punkte für jede abgewischte Pfote und jede gewaschene Decke, und baust den Streak auf, der aus einer Absicht eine echte Gewohnheit macht.
DutyDazzle Team
Das DutyDazzle Team besteht aus Experten für Motivation, Produktivität und Partnerschaftspsychologie.
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