TickTick Alternative 2026: Wenn Habit-Tracking nicht reicht

DutyDazzle Team
23. Februar 20267 Min. Lesezeit0 Aufrufe

Hast du dir jemals gedacht: "Mein Produktivitäts-Score ist heute 87 % – aber irgendwie fühle ich mich trotzdem nicht motiviert"?

Klingt bekannt?

Dann bist du nicht allein. TickTick ist eine der beliebtesten Produktivitäts-Apps überhaupt – und trotzdem suchen immer mehr Menschen nach einer TickTick Alternative. Nicht weil die App schlecht ist, sondern weil Zahlen auf einem Bildschirm auf Dauer kein echtes Gefühl von Belohnung erzeugen.

In diesem Artikel schauen wir uns ehrlich an, was TickTick kann, wo es an seine Grenzen stößt – und warum das Gehirn nach mehr verlangt als einem Pomodoro-Timer und grünen Häkchen.

Was TickTick so gut macht

TickTick ist kein Leichtgewicht. Die App vereint in einer einzigen Oberfläche Dinge, für die andere drei separate Tools brauchen – und das macht sie für viele zu einer ernsthaften Lösung für den Alltag.

Habit Tracker mit Streaks und Fortschrittsanzeigen, Pomodoro-Timer direkt in der Aufgabe, Kalender-Integration für einen vollständigen Überblick über Termine und To-Dos, und Statistiken, die zeigen, wie produktiv die Woche war. Dazu kommt eine Eisenhower-Matrix-Ansicht für Prioritätssetzung sowie natürliche Spracheingabe – du schreibst "morgen um 18 Uhr Küche putzen" und TickTick erkennt Datum, Uhrzeit und Aufgabe automatisch.

Für jemanden, der viele verschiedene Lebensbereiche in einer App abbilden will, ist das beeindruckend. TickTick hat sich das Vertrauen von Millionen Nutzern weltweit verdient.

Und trotzdem.

5 Schwächen von TickTick, die du wahrscheinlich kennst

Gamification ist oberflächlich – Scores ohne echte Bedeutung

TickTick gibt dir einen "Productivity Score" und zählt erledigte Aufgaben. Das fühlt sich einen Moment gut an. Aber was bedeutet eine 94 % konkret? Kein Preis, keine Belohnung, keine Konsequenz – nur eine Zahl, die nächste Woche wieder bei null anfängt. BJ Fogg (Stanford Behavior Design Lab) nennt diesen Effekt "Motivation by Tracking": Das Tracken selbst kann kurzfristig motivieren, hat aber ohne echte Verstärkung keine Langzeitwirkung.

Keine sozialen Features für Haushalt, Partner oder WG

TickTick hat rudimentäre Sharing-Funktionen – du kannst Aufgaben zuweisen. Aber ein gemeinsames Belohnungssystem, ein geteiltes Punkte-Konto oder die Möglichkeit, Haushaltsziele als Team zu erreichen? Fehlanzeige. Wenn du mit einem Partner zusammenlebst oder in einer WG wohnst, löst TickTick das grundlegende Problem nicht: Wer macht was – und wie entsteht dabei Fairness?

Zu viel Komplexität für einfache Haushaltsaufgaben

TickTick hat Projekte, Listen, Tags, Filter, Prioritätsstufen, Fälligkeitsdaten, Erinnerungen, Wiederholungen und einen Kalender. Für ein komplexes Arbeitsleben ist das wertvoll. Für "Wäsche aufhängen, Staubsaugen, Bad putzen" ist es wie mit einem Ferrari zum Bäcker zu fahren. Die Hürde, eine Aufgabe anzulegen, ist höher als die Aufgabe selbst.

Habit-Tracking ohne echte Belohnungsmechanik verliert langfristig Wirkung

Streaks sind ein starkes psychologisches Werkzeug – kurzzeitig. Aber ein Streak ist kein Ziel, er ist ein Nebenprodukt. Wenn du aufhörst, an den Streak zu glauben, ist er wertlos. Was fehlt, ist eine Mechanik, die dich belohnt, nicht nur trackt. Der Unterschied klingt klein, ist psychologisch aber riesig – dazu gleich mehr.

Kein Fokus auf Haushalt und Alltag – TickTick ist für Productivity-Geeks entwickelt

Das ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung. TickTick richtet sich an Menschen, die ihre Arbeit, Projekte und Ziele verwalten wollen. Der Alltag – Einkauf, Wäsche, Putzen, Kochen – passt in das System, aber er steht nicht im Mittelpunkt. Wer primär seinen Haushalt und seinen Alltag organisieren will, nutzt ein Werkzeug, das für einen anderen Zweck gebaut wurde.

Was eine echte Alternative leisten muss

Hier kommt der Plot-Twist: Das Problem liegt nicht bei der App. Es liegt daran, dass wir von Produktivitäts-Apps verlangen, uns zu motivieren – obwohl keine App das alleine kann.

Was funktioniert, weiß die Verhaltensforschung seit Jahren.

Edward Deci und Richard Ryan (University of Rochester) haben mit der Selbstbestimmungstheorie gezeigt: Langfristige Motivation entsteht durch drei psychologische Grundbedürfnisse – Autonomie (ich entscheide selbst), Kompetenzerleben (ich sehe meinen Fortschritt) und soziale Eingebundenheit (andere machen mit).

Was bedeutet das für dich? Eine App, die dir nur Scores zeigt, erfüllt keines dieser drei Bedürfnisse vollständig. Du hast keine Autonomie über die Belohnung, kein echtes Kompetenzerleben jenseits von Zahlen, und keine soziale Dimension.

BJ Fogg (Stanford Behavior Design Lab) fügt einen weiteren Baustein hinzu: Je kleiner die Gewohnheit, desto wahrscheinlicher bleibt sie. Sein Konzept der "Tiny Habits" besagt, dass Verhalten dann stabil wird, wenn es mit einer unmittelbaren, persönlichen Belohnung verknüpft ist – nicht mit einer abstrakten Statistik irgendwo in einem Dashboard. Mehr dazu, wie Gewohnheiten neurologisch verankert werden, findest du im Artikel zur Habit-Tracking-Wissenschaft.

Die gute Nachricht: Es gibt Apps – und App-Konzepte –, die genau diese Lücke füllen.

Der große Vergleich: TickTick vs. DutyDazzle

TickTickDutyDazzle
GrundkonzeptProductivity Suite (Tasks, Habits, Timer)Gamifizierter Alltag mit echten Belohnungen
GamificationProductivity Score, StreaksPunkte-System mit selbst definierten Rewards
BelohnungenKeine echten BelohnungenSelbst festgelegte echte Belohnungen (Lieblingsessen, freier Abend, Kinobesuch)
Habit-TrackingVorhanden mit Streaks und StatistikenVorhanden mit visuellem Fortschritt und Punkte-Kopplung
Haushalt-FokusKein spezieller FokusKernfeature – faire Aufgabenverteilung im Alltag
Soziale FeaturesAufgaben-Sharing (rudimentär)Buddy Feed, gemeinsame Challenges, geteilte Aufgaben
Für PaareNicht vorgesehenKernzielgruppe – gemeinsames Punkte-System
KomplexitätHoch (viele Features, steile Lernkurve)Niedrig (in 2 Minuten einsatzbereit)
Pomodoro-TimerJa, integriertNein (Fokus auf Alltagsaufgaben)
Kalender-IntegrationJa, vollständigNein
ZielgruppeProduktivitäts-Enthusiasten, WissensarbeiterSingles, Paare, Familien, Nicht-Gamer
DesignModern, funktionalModern, alltagstauglich

Fazit der Tabelle: TickTick gewinnt bei Produktivität, Projektverwaltung und Pomodoro-Timer. DutyDazzle gewinnt, wenn du echte Belohnungen willst, den Haushalt mit anderen teilst oder Gamification im echten Alltag suchst.

Weitere Alternativen im Überblick

Natürlich gibt es noch mehr Apps in diesem Segment. Hier ein schneller Überblick:

AppStärkeSchwäche
TodoistProfessionelles Task-Management, überall verfügbarKaum Gamification, keine echten Belohnungen
Any.doSchlicht, intuitiv, schnelle EingabeWenig Features, kein Habit-Tracking
HabiticaRPG-Gamification mit CommunityVirtuelle Belohnungen, komplexes System (mehr dazu im Habitica-Vergleich)
DutyDazzleEchte Belohnungen, Haushalt, Paare, AlltagNoch in Entwicklung – Warteliste

Was auffällt: Die meisten Alternativen optimieren entweder Produktivität oder Gamification – aber nicht beides, und schon gar nicht für den gemeinsamen Alltag.

Für wen ist welche App die richtige Wahl?

Du bist...Empfehlung
Wissensarbeiter mit vielen ProjektenTickTick – das Feature-Set ist kaum zu schlagen
Jemand, der primär Habits tracken willTickTick oder Habitica – je nach Vorliebe für Gamification
Paar, das den Haushalt fair aufteilen willDutyDazzle – dafür gebaut
Gamer, der RPG-Elemente liebtHabitica – einzigartig in diesem Bereich
Mensch, der echte Belohnungen statt Scores willDutyDazzle – Kernkonzept
Familie mit KindernDutyDazzle – Quest-System für Kids
Jemand, der alles in einer App willTickTick – breiter als jede Alternative

Warum echte Belohnungen länger wirken als Scores

Und jetzt der entscheidende Punkt: Warum reicht ein Productivity Score nicht?

Wolfram Schultz (University of Cambridge) hat in seiner Grundlagenforschung zu Dopamin-Neuronen etwas Faszinierendes entdeckt: Unser Belohnungssystem reagiert nicht auf die Belohnung selbst – sondern auf das Vorausahnen einer bedeutsamen Belohnung. Die Dopaminausschüttung steigt schon beim Gedanken an das, was kommen wird.

Was bedeutet das für dich? Ein abstrakter Score aktiviert diesen Mechanismus kaum. Aber der Gedanke "Nach dieser Woche kann ich mir das Lieblingsessen bestellen" – der setzt genau die neurochemische Reaktion in Gang, die Motivation erzeugt.

Das Konzept von DutyDazzle ist darauf ausgelegt: Du legst selbst fest, was deine Punkte wert sind. Zum Beispiel so:

Haushaltsaufgaben:

  • Küche aufräumen: 20 Punkte
  • Wäsche waschen: 15 Punkte
  • Bad putzen: 30 Punkte
  • Einkaufen: 25 Punkte

Dein persönlicher Reward-Shop:

  • Lieblingsessen bestellen: 100 Punkte
  • Freier Sonntagnachmittag: 150 Punkte
  • Gemeinsamer Kinoabend: 200 Punkte
  • Neues Buch oder Spiel: 80 Punkte

Nach einer Woche haben du und dein Partner genug Punkte für einen Kinoabend gesammelt – nicht weil jemand es verlangt hat, sondern weil ihr euch das gemeinsam erarbeitet habt. Der Unterschied zu einem Produktivitätsscore: Das Ziel ist konkret, persönlich und bedeutsam.

Dein Aktionsplan: In 4 Schritten zur richtigen App

  1. Schreib jetzt sofort auf, was dich an deiner aktuellen App am meisten stört. Fehlende Belohnungen? Zu komplex? Kein Partner-Modus? Diese eine Antwort entscheidet mehr als jeder Feature-Vergleich.
  2. Teste eine Alternative 7 Tage lang – konsequent, aber ohne hohe Erwartungen. Nach einer Woche weißt du, ob die Mechanik im Alltag funktioniert.
  3. Erstelle 3 echte Belohnungen, die dir wirklich etwas bedeuten. Nicht was du dir "leisten solltest" – sondern was dich nach einem langen Tag wirklich freut.
  4. Entscheide nach 7 Tagen – nicht nach Feature-Listen, sondern nach dem Gefühl: Habe ich heute die App geöffnet, weil ich wollte – oder weil ich musste?

Du willst deine Gewohnheiten tracken und dafür wirklich belohnt werden? DutyDazzle macht jede erledigte Aufgabe zu Punkten – und deine Punkte zu echten Belohnungen, die du selbst festlegst. Ob Haushalt, Routinen oder gemeinsame Ziele mit Partner oder Familie.

DutyDazzle Team

Das DutyDazzle Team besteht aus Experten für Motivation, Produktivität und Partnerschaftspsychologie.

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