Warum du 8 Stunden schläfst und trotzdem müde bist
Warum du 8 Stunden schläfst und trotzdem müde bist
Der Wecker klingelt. Du drehst dich um, blinzelst aufs Handy. Acht Stunden. Volle acht Stunden hast du geschlafen. Trotzdem fühlst du dich wie nach einer Nacht auf dem Flughafen-Boden – gerädert, wie durch den Fleischwolf gedreht. Du schaffst es aus dem Bett, schleppst dich zur Kaffeemaschine, und irgendwas stimmt einfach nicht. "Ich hab doch genug geschlafen", denkst du. Aber dein Körper sieht das offensichtlich anders.
Das kennen viele. Und es ist frustrierend, weil du ja alles richtig gemacht hast: pünktlich ins Bett, keine Netflix-Marathon bis drei Uhr nachts (kein Revenge Bedtime Procrastination), acht Stunden Schlaf wie im Lehrbuch. Und trotzdem fühlst du dich morgens wie ein nasser Lappen.
Das Problem ist nicht die Menge
Wir haben gelernt: Erwachsene brauchen 7-9 Stunden Schlaf. Das steht überall. Und klar, wenn du dauerhaft nur fünf Stunden schläfst, bist du irgendwann komplett durch. Aber die Sache ist: Schlafqualität schlägt Schlafquantität. Du kannst zehn Stunden im Bett liegen und trotzdem wie ein Zombie aufwachen, wenn dein Schlaf nicht tief genug ist.
Schlaf ist halt kein einfacher On/Off-Schalter. Er läuft in Zyklen ab – und die müssen störungsfrei durchlaufen werden, damit du dich erholt fühlst. Wenn diese Zyklen ständig unterbrochen werden, ist es, als würdest du einen Film alle zehn Minuten pausieren und neu starten. Am Ende hast du zwar zwei Stunden "geguckt", aber verstanden hast du nichts.
Was deinen Schlaf sabotiert
Es gibt ein paar klassische Saboteure, die dir die Nacht verhageln, ohne dass du es merkst:
Blaues Licht vor dem Schlafengehen
Du scrollst noch schnell durch Instagram oder checkst die letzten Mails. Das Display strahlt blaues Licht direkt in deine Netzhaut, und dein Gehirn denkt: "Ah, Tageslicht, Zeit aufzuwachen!" Das Hormon Melatonin, das dich müde macht, wird unterdrückt. Und selbst wenn du dann einschläfst, ist dein Schlaf flacher.
Ja, es ist nervig, das Handy eine Stunde vor dem Schlafengehen wegzulegen. Aber es macht einen spürbaren Unterschied. Eine gute Abendroutine kann dabei helfen.
Alkohol als Einschlafhilfe
Ein Glas Wein zum Entspannen klingt erstmal gut. Du schläfst auch schneller ein. Aber Alkohol verhindert, dass du in die Tiefschlafphasen kommst. Das Resultat: Du wachst nachts öfter auf, liegst wach rum, und morgens fühlst du dich wie nach durchzechter Nacht – auch wenn's nur ein Glas war.
Dein Schlafzimmer ist zu warm
Die ideale Schlaftemperatur liegt bei 16-19 Grad. Klingt kalt, ich weiß. Aber dein Körper muss seine Kerntemperatur senken, um in den Tiefschlaf zu kommen. Wenn's zu warm ist, schaffst du das nicht richtig. Du wälzt dich hin und her, schwitzt, und dein Schlaf bleibt oberflächlich.
Du schläfst unregelmäßig
Montag bis Freitag um elf ins Bett, am Wochenende bis drei Uhr wach und dann bis mittags pennen – das bringt deine innere Uhr durcheinander. Dein Körper weiß nicht mehr, wann er Melatonin ausschütten soll. Das nennt sich Social Jetlag, und es fühlt sich tatsächlich an wie Jetlag.
Was du tatsächlich tun kannst
Klar, nicht alles lässt sich perfekt umsetzen. Manchmal kommt halt ein Freund zu Besuch, manchmal brauchst du das Glas Wein, manchmal schläfst du am Wochenende länger. Das ist völlig okay. Es geht nicht um Perfektion, sondern um ein paar Basics, die du öfter einhalten kannst als nicht.
Eine Stunde vor dem Schlafen: Bildschirm aus
Oder zumindest: Nachtmodus an. Oder: E-Reader statt Handy. Oder: Ein echtes Buch. Hauptsache, du gibst deinem Gehirn die Chance, runterzukommen.
Schaff dir ein Einschlafritual
Muss nichts Esoterisches sein. Kann auch einfach heißen: Jeden Abend die gleiche Routine. Zähne putzen, Gesicht waschen, fünf Minuten auf dem Balkon stehen und runterkommen. Dein Gehirn lernt: "Ah, das ist die Phase vor dem Schlafen."
Geh immer zur gleichen Zeit ins Bett
Auch am Wochenende. Tja. Ich weiß, das klingt langweilig. Aber wenn du wirklich dauerhaft besser schlafen willst, ist das einer der effektivsten Hebel. Deine innere Uhr dankt's dir.
Koffein nicht nach 14 Uhr
Koffein hat eine Halbwertszeit von etwa fünf Stunden. Das heißt: Der Kaffee um 16 Uhr steckt abends noch halb in dir. Wenn du um 23 Uhr ins Bett gehst, ist immer noch ein Viertel davon in deinem System. Und das reicht, um deinen Schlaf flacher zu machen.
Das Fazit: Es ist komplizierter als "8 Stunden"
Ob du dich morgens erholt fühlst, hängt nicht nur davon ab, wie lange du geschlafen hast, sondern wie du geschlafen hast. Und das wiederum hängt von vielen Faktoren ab, die du teilweise beeinflussen kannst – und teilweise eben nicht. Stress, Lärm, Hormone, Gesundheit – alles spielt rein.
Klingt einfach. Ist es nicht immer. Aber ein paar kleine Änderungen können schon viel bewirken. Und selbst wenn du nicht alles umsetzt: Ein bisschen besser ist immer noch besser als gar nicht.
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DutyDazzle Team
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