WG-Aufgabenverteilung: So vermeidest du den Putzkrieg in deiner WG
Die Spüle quillt über. Das Bad sieht aus wie ein Tatort. Und dein Mitbewohner behauptet, er hätte "erst letzte Woche" den Flur gesaugt. (Spoiler: Das war vor drei Wochen.)
Willkommen im WG-Putzkrieg - dem Klassiker unter den Mitbewohner-Konflikten. Laut einer Umfrage unter deutschen Studierenden ist Sauberkeit der Streitgrund Nummer 1 in Wohngemeinschaften. Noch vor Lautstärke, Besuch und dem Kühlschrank.
Die gute Nachricht: Es gibt Lösungen, die tatsächlich funktionieren.
Warum die Aufgabenverteilung in WGs so schwierig ist
Bevor wir zu den Lösungen kommen, müssen wir verstehen, warum es überhaupt so oft schief geht:
1. Unterschiedliche Sauberkeitsstandards
Was für dich "normal dreckig" ist, ist für deine Mitbewohnerin vielleicht "ekelhaft." Und was für ihn "aufgeräumt" ist, ist für dich "Chaos." Diese Standards sind tief im Elternhaus verankert und lassen sich nicht einfach ändern.
2. Das Trittbrettfahrer-Problem
In der Verhaltensökonomie heißt es "Free Rider Problem": Wenn jemand weiß, dass andere die Arbeit erledigen, sinkt die eigene Motivation. Warum sollte ich putzen, wenn Sarah es sowieso macht, weil sie es nicht aushält?
3. Unsichtbare vs. sichtbare Arbeit
Wer den Müll rausbringt, bekommt mehr "Credit" als wer den Kühlschrank auswischt. Warum? Weil Müll rausbringen sichtbar ist. Die Person, die regelmäßig Oberflächen wischt, das Bad putzt oder Kalk entfernt, wird oft übersehen.
4. Keine Konsequenzen
In einer WG gibt es keinen Chef, der dich feuert, wenn du nicht putzt. Es gibt keinen Vertrag mit klaren Regeln. Das Ergebnis: Wer den längsten Atem hat, gewinnt - und der Rest putzt frustriert hinterher.
5 Methoden für faire WG-Aufgabenverteilung
Methode 1: Das Rotations-System
So funktioniert's: Jede Woche wechseln die Zuständigkeiten. In Woche 1 ist Person A für die Küche, B für das Bad, C für den Flur. Nächste Woche rotiert alles.
Vorteile:
- Jeder macht alles mal
- Keine "das ist nicht mein Job"-Ausreden
- Fair über die Zeit
Nachteile:
- Funktioniert nur bei gleich vielen Personen und Aufgaben
- Wenn jemand "seine" Woche schleifen lässt, leidet der Nächste
Am besten für: 2-3 Personen WGs mit ähnlichen Zeitplänen
Methode 2: Das Stärken-System
So funktioniert's: Jeder übernimmt dauerhaft die Aufgaben, die er oder sie am wenigsten hasst.
- Liebst du Kochen? Du kümmerst dich um die Küche.
- Macht dir Staubsaugen nichts aus? Dein Bereich.
- Bist du der Organisierte? Du machst die Einkaufsliste.
Vorteile:
- Weniger Überwindung pro Person
- Jeder wird zum "Experten" in seinem Bereich
- Höhere Qualität
Nachteile:
- Manche Aufgaben will niemand (Klo!)
- Ungleiche Zeitverteilung möglich
Am besten für: Langfristige WGs, in denen man sich gut kennt
Methode 3: Das Punkte-System
So funktioniert's: Jede Aufgabe bekommt einen Punktwert basierend auf Aufwand und Nervigkeit.
| Aufgabe | Punkte |
|---|---|
| Klo putzen | 5 |
| Küche komplett | 4 |
| Bad putzen | 4 |
| Staubsaugen (ganze WG) | 3 |
| Müll rausbringen | 2 |
| Spülmaschine ein/ausräumen | 1 |
| Wohnzimmer aufräumen | 2 |
Ziel: Jeder sammelt gleich viele Punkte pro Woche. Wie du sie sammelst, ist dir überlassen.
Vorteile:
- Maximale Flexibilität
- Berücksichtigt Aufgaben-Schwierigkeit
- Objektiv und transparent
Nachteile:
- Manuelles Tracking ist nervig
- Diskussionen über Punktwerte möglich
Am besten für: Alle WG-Größen - besonders mit einer App wie DutyDazzle, die das Tracking automatisiert
Methode 4: Der WG-Putz-Abend
So funktioniert's: Einmal pro Woche (z.B. Sonntag 18 Uhr) putzt die ganze WG gemeinsam eine Stunde lang.
Vorteile:
- Teamgefühl
- Soziale Kontrolle (niemand kann sich drücken)
- In einer Stunde ist alles erledigt
- Kann sogar Spaß machen (mit Musik!)
Nachteile:
- Terminplanung schwierig
- Wenn jemand nicht kann, entsteht Ungleichheit
- Unter der Woche sammelt sich trotzdem Dreck
Am besten für: WGs mit ähnlichen Zeitplänen und gutem Zusammenhalt
Methode 5: Gamification (der DutyDazzle-Ansatz)
So funktioniert's: Die WG nutzt eine App, die Hausarbeit zum Wettbewerb macht.
Jede Aufgabe gibt Punkte. Es gibt ein Leaderboard. Es gibt Belohnungen. Und plötzlich ist Putzen nicht mehr Pflicht, sondern ein Spiel.
Wie das in der Praxis aussieht:
- Alle Mitbewohner installieren DutyDazzle
- Ihr erstellt einen Circle (eure WG-Gruppe)
- Ihr legt Aufgaben und Punktwerte fest
- Jeder erledigt Aufgaben, wann es passt
- Am Ende der Woche seht ihr, wer wie viel beigetragen hat
Vorteile:
- Spaßfaktor (Wettbewerb motiviert)
- Transparenz (jeder sieht den Beitrag aller)
- Flexibilität (jeder putzt, wann er will)
- Keine Diskussionen (die App ist neutral)
- Belohnungen möglich (z.B. wer die meisten Punkte hat, muss nicht kochen)
Nachteile:
- Alle müssen mitmachen
- Gamification ist nicht jedermanns Sache
Am besten für: Junge, technik-affine WGs (also die meisten)
Der WG-Vertrag: Das solltet ihr festlegen
Egal welche Methode ihr wählt - schreibt die Regeln auf. Ein informeller "WG-Vertrag" verhindert 90% der Konflikte.
Klärt diese Fragen:
- Welche Aufgaben gibt es? (Liste erstellen, inkl. der "unsichtbaren")
- Wie oft? (Bad: 1x/Woche? Küche: täglich?)
- Welcher Standard? (Definiert "sauber" - ernsthaft!)
- Wer macht was? (Rotation, Stärken oder Punkte?)
- Was passiert bei Nicht-Einhaltung? (Kein Drama, aber klare Konsequenzen)
Beispiel-Konsequenzen (die funktionieren):
- Wer seine Punkte nicht erreicht, bezahlt nächste Woche die Pizza
- Wer 2 Wochen schleift, übernimmt die unbeliebteste Aufgabe
- Wer den Müll stinken lässt, bringt ihn eine Woche lang allein raus
Die 3 goldenen Regeln für WG-Harmonie
Regel 1: Dein Dreck = Deine Verantwortung
Grundregel: Was du dreckig machst, machst du sauber. Sofort. Nicht "später." Teller in die Spülmaschine, Haare aus dem Abfluss, Krümel vom Tisch. Das ist kein Teil des Putzplans - das ist Grundanstand.
Regel 2: Sprecht Probleme früh an
Der größte Fehler: Wochen lang Frust aufstauen und dann explodieren. Wenn etwas nervt, sag es sofort, sachlich und ohne Vorwurf. "Hey, mir ist aufgefallen, dass das Bad seit 2 Wochen nicht geputzt wurde. Können wir das klären?" wirkt besser als "DU PUTZT NIE!"
Regel 3: Lobt euch gegenseitig
Klingt kitschig, funktioniert aber. Wenn dein Mitbewohner die Küche geputzt hat: Sag danke. Ernsthaft. Menschen, die Wertschätzung bekommen, machen weiter. Menschen, die ignoriert werden, hören auf.
Fazit: Faire Aufteilung ist machbar
Der WG-Putzkrieg ist kein Naturgesetz. Mit klaren Regeln, dem richtigen System und einem Hauch Gamification wird aus dem größten Streitpunkt euer stärkstes Teamwork.
Euer Aktionsplan als WG:
- Setzt euch zusammen (mit Pizza, das hilft)
- Wählt eine Methode aus diesem Artikel
- Schreibt die Regeln auf
- Probiert es 4 Wochen aus
- Evaluiert und passt an
Der schwierigste Schritt ist der erste. Aber nach 4 Wochen werdet ihr euch fragen, warum ihr nicht schon früher angefangen habt.
Lust, den WG-Putzplan zum Spiel zu machen? DutyDazzle's Circle-Funktion verbindet deine WG, verteilt Aufgaben fair und zeigt transparent, wer wie viel beiträgt - Streit war gestern.
DutyDazzle Team
Das DutyDazzle Team besteht aus Experten für Motivation, Produktivität und Partnerschaftspsychologie.
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