WG-Aufgabenverteilung: So vermeidest du den Putzkrieg in deiner WG

DutyDazzle Team
19. Februar 20265 Min. Lesezeit0 Aufrufe

Die Spüle quillt über. Das Bad sieht aus wie ein Tatort. Und dein Mitbewohner behauptet, er hätte "erst letzte Woche" den Flur gesaugt. (Spoiler: Das war vor drei Wochen.)

Willkommen im WG-Putzkrieg - dem Klassiker unter den Mitbewohner-Konflikten. Laut einer Umfrage unter deutschen Studierenden ist Sauberkeit der Streitgrund Nummer 1 in Wohngemeinschaften. Noch vor Lautstärke, Besuch und dem Kühlschrank.

Die gute Nachricht: Es gibt Lösungen, die tatsächlich funktionieren.

Warum die Aufgabenverteilung in WGs so schwierig ist

Bevor wir zu den Lösungen kommen, müssen wir verstehen, warum es überhaupt so oft schief geht:

1. Unterschiedliche Sauberkeitsstandards

Was für dich "normal dreckig" ist, ist für deine Mitbewohnerin vielleicht "ekelhaft." Und was für ihn "aufgeräumt" ist, ist für dich "Chaos." Diese Standards sind tief im Elternhaus verankert und lassen sich nicht einfach ändern.

2. Das Trittbrettfahrer-Problem

In der Verhaltensökonomie heißt es "Free Rider Problem": Wenn jemand weiß, dass andere die Arbeit erledigen, sinkt die eigene Motivation. Warum sollte ich putzen, wenn Sarah es sowieso macht, weil sie es nicht aushält?

3. Unsichtbare vs. sichtbare Arbeit

Wer den Müll rausbringt, bekommt mehr "Credit" als wer den Kühlschrank auswischt. Warum? Weil Müll rausbringen sichtbar ist. Die Person, die regelmäßig Oberflächen wischt, das Bad putzt oder Kalk entfernt, wird oft übersehen.

4. Keine Konsequenzen

In einer WG gibt es keinen Chef, der dich feuert, wenn du nicht putzt. Es gibt keinen Vertrag mit klaren Regeln. Das Ergebnis: Wer den längsten Atem hat, gewinnt - und der Rest putzt frustriert hinterher.

5 Methoden für faire WG-Aufgabenverteilung

Methode 1: Das Rotations-System

So funktioniert's: Jede Woche wechseln die Zuständigkeiten. In Woche 1 ist Person A für die Küche, B für das Bad, C für den Flur. Nächste Woche rotiert alles.

Vorteile:

  • Jeder macht alles mal
  • Keine "das ist nicht mein Job"-Ausreden
  • Fair über die Zeit

Nachteile:

  • Funktioniert nur bei gleich vielen Personen und Aufgaben
  • Wenn jemand "seine" Woche schleifen lässt, leidet der Nächste

Am besten für: 2-3 Personen WGs mit ähnlichen Zeitplänen

Methode 2: Das Stärken-System

So funktioniert's: Jeder übernimmt dauerhaft die Aufgaben, die er oder sie am wenigsten hasst.

  • Liebst du Kochen? Du kümmerst dich um die Küche.
  • Macht dir Staubsaugen nichts aus? Dein Bereich.
  • Bist du der Organisierte? Du machst die Einkaufsliste.

Vorteile:

  • Weniger Überwindung pro Person
  • Jeder wird zum "Experten" in seinem Bereich
  • Höhere Qualität

Nachteile:

  • Manche Aufgaben will niemand (Klo!)
  • Ungleiche Zeitverteilung möglich

Am besten für: Langfristige WGs, in denen man sich gut kennt

Methode 3: Das Punkte-System

So funktioniert's: Jede Aufgabe bekommt einen Punktwert basierend auf Aufwand und Nervigkeit.

AufgabePunkte
Klo putzen5
Küche komplett4
Bad putzen4
Staubsaugen (ganze WG)3
Müll rausbringen2
Spülmaschine ein/ausräumen1
Wohnzimmer aufräumen2

Ziel: Jeder sammelt gleich viele Punkte pro Woche. Wie du sie sammelst, ist dir überlassen.

Vorteile:

  • Maximale Flexibilität
  • Berücksichtigt Aufgaben-Schwierigkeit
  • Objektiv und transparent

Nachteile:

  • Manuelles Tracking ist nervig
  • Diskussionen über Punktwerte möglich

Am besten für: Alle WG-Größen - besonders mit einer App wie DutyDazzle, die das Tracking automatisiert

Methode 4: Der WG-Putz-Abend

So funktioniert's: Einmal pro Woche (z.B. Sonntag 18 Uhr) putzt die ganze WG gemeinsam eine Stunde lang.

Vorteile:

  • Teamgefühl
  • Soziale Kontrolle (niemand kann sich drücken)
  • In einer Stunde ist alles erledigt
  • Kann sogar Spaß machen (mit Musik!)

Nachteile:

  • Terminplanung schwierig
  • Wenn jemand nicht kann, entsteht Ungleichheit
  • Unter der Woche sammelt sich trotzdem Dreck

Am besten für: WGs mit ähnlichen Zeitplänen und gutem Zusammenhalt

Methode 5: Gamification (der DutyDazzle-Ansatz)

So funktioniert's: Die WG nutzt eine App, die Hausarbeit zum Wettbewerb macht.

Jede Aufgabe gibt Punkte. Es gibt ein Leaderboard. Es gibt Belohnungen. Und plötzlich ist Putzen nicht mehr Pflicht, sondern ein Spiel.

Wie das in der Praxis aussieht:

  1. Alle Mitbewohner installieren DutyDazzle
  2. Ihr erstellt einen Circle (eure WG-Gruppe)
  3. Ihr legt Aufgaben und Punktwerte fest
  4. Jeder erledigt Aufgaben, wann es passt
  5. Am Ende der Woche seht ihr, wer wie viel beigetragen hat

Vorteile:

  • Spaßfaktor (Wettbewerb motiviert)
  • Transparenz (jeder sieht den Beitrag aller)
  • Flexibilität (jeder putzt, wann er will)
  • Keine Diskussionen (die App ist neutral)
  • Belohnungen möglich (z.B. wer die meisten Punkte hat, muss nicht kochen)

Nachteile:

  • Alle müssen mitmachen
  • Gamification ist nicht jedermanns Sache

Am besten für: Junge, technik-affine WGs (also die meisten)

Der WG-Vertrag: Das solltet ihr festlegen

Egal welche Methode ihr wählt - schreibt die Regeln auf. Ein informeller "WG-Vertrag" verhindert 90% der Konflikte.

Klärt diese Fragen:

  1. Welche Aufgaben gibt es? (Liste erstellen, inkl. der "unsichtbaren")
  2. Wie oft? (Bad: 1x/Woche? Küche: täglich?)
  3. Welcher Standard? (Definiert "sauber" - ernsthaft!)
  4. Wer macht was? (Rotation, Stärken oder Punkte?)
  5. Was passiert bei Nicht-Einhaltung? (Kein Drama, aber klare Konsequenzen)

Beispiel-Konsequenzen (die funktionieren):

  • Wer seine Punkte nicht erreicht, bezahlt nächste Woche die Pizza
  • Wer 2 Wochen schleift, übernimmt die unbeliebteste Aufgabe
  • Wer den Müll stinken lässt, bringt ihn eine Woche lang allein raus

Die 3 goldenen Regeln für WG-Harmonie

Regel 1: Dein Dreck = Deine Verantwortung

Grundregel: Was du dreckig machst, machst du sauber. Sofort. Nicht "später." Teller in die Spülmaschine, Haare aus dem Abfluss, Krümel vom Tisch. Das ist kein Teil des Putzplans - das ist Grundanstand.

Regel 2: Sprecht Probleme früh an

Der größte Fehler: Wochen lang Frust aufstauen und dann explodieren. Wenn etwas nervt, sag es sofort, sachlich und ohne Vorwurf. "Hey, mir ist aufgefallen, dass das Bad seit 2 Wochen nicht geputzt wurde. Können wir das klären?" wirkt besser als "DU PUTZT NIE!"

Regel 3: Lobt euch gegenseitig

Klingt kitschig, funktioniert aber. Wenn dein Mitbewohner die Küche geputzt hat: Sag danke. Ernsthaft. Menschen, die Wertschätzung bekommen, machen weiter. Menschen, die ignoriert werden, hören auf.

Fazit: Faire Aufteilung ist machbar

Der WG-Putzkrieg ist kein Naturgesetz. Mit klaren Regeln, dem richtigen System und einem Hauch Gamification wird aus dem größten Streitpunkt euer stärkstes Teamwork.

Euer Aktionsplan als WG:

  1. Setzt euch zusammen (mit Pizza, das hilft)
  2. Wählt eine Methode aus diesem Artikel
  3. Schreibt die Regeln auf
  4. Probiert es 4 Wochen aus
  5. Evaluiert und passt an

Der schwierigste Schritt ist der erste. Aber nach 4 Wochen werdet ihr euch fragen, warum ihr nicht schon früher angefangen habt.


Lust, den WG-Putzplan zum Spiel zu machen? DutyDazzle's Circle-Funktion verbindet deine WG, verteilt Aufgaben fair und zeigt transparent, wer wie viel beiträgt - Streit war gestern.

DutyDazzle Team

Das DutyDazzle Team besteht aus Experten für Motivation, Produktivität und Partnerschaftspsychologie.

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